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Influencer, die auf Schatten- und Sonnenseiten von Instagram und anderen Websites erscheinen Im Sog der sozialen Medien


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Geben ihren Followern auch private Einblicke: Unternehmer Max Weiss (mit 317 000 Followern) und seine Freundin Charlotte Koller im Urlaub.

Geben ihren Followern auch private Einblicke: Unternehmer Max Weiss (mit 317 000 Followern) und seine Freundin Charlotte Koller im Urlaub. © Privat

Sie stecken etliche Stunden in ihren medialen Auftritt: Für viele Betriebe und Privatpersonen sind Soziale Netzwerke wie Instagram und Facebook nicht mehr wegzudenken. Die Bandbreite der Themen, die Influencer aus dem Landkreis darstellen, ist breit. Sie reichen von Tipps für die Imkerei bis zur Unternehmensgründung.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Es war dieses eine Foto mit dem Leuchtturm-Bild. Das eine Foto, das gar nicht mal so anders war als viele andere davor. Doch einer großen Kunstseite auf Instagram gefiel eben genau dieses eine Foto der Königsdorfer Künstlerin Bo Starker vor ihrem Gemälde so gut, dass sie es auf ihrem Account teilte. „Ich konnte es nicht fassen, über Nacht hatte ich 10 000 Follower mehr“, erinnert sich Starker.

Über Nacht knapp 10 000 Follower mehr

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Begonnen hatte die Königsdorferin mit Instagram 2018. „Ich habe von der Plattform erfahren, und wollte probieren, ob ich damit Kunden generieren kann“, erklärt die 43-Jährige. „Meine ersten Beiträge hatten zwischen 20 und 30 Likes“ – also positive Reaktionen. Doch nach dem Leuchtturm-Foto ging es bergauf. „Ich habe dann immer mehr Fotos in dieser Art inszeniert. Sprich: mit mir im Atelier vor den Bildern.“ Mit Erfolg: Immer mehr Menschen fingen an, die Seite der Künstlerin zu abonnieren, ihre Bilder zu teilen und zu liken.

Künstlerin Bo Starker spricht offen auch über die Schattenseiten der vielen Follower und Likes.

Künstlerin Bo Starker spricht offen auch über die Schattenseiten der vielen Follower und Likes. © Bo Starker

Nach und nach hatte Starker über 51 000 Follower (Profile, die ihrer Seite auf Instagram folgen). „Dann ging es auch los, dass sich Künstlerbedarf-Firmen bei mir gemeldet haben, ob ich ihre Produkte teste“, schildert Starker. „Das hat mir natürlich auch großen Spaß gemacht.“

Doch die Aufmerksamkeit im Internet zeigte auch schnell die Schattenseiten. „Man muss dauerpräsent sein, damit man keine Follower verliert und mindestens drei Beiträge pro Tag veröffentlichen“, sagt Starker. „Wenn ich das nicht gemacht habe, habe ich Nachrichten bekommen, was mit mir los sei. Das hat mich immer mehr gestresst.“ Stets neue Fotos oder Videos zu posten, brauche viel Zeit. „Man muss ja auch auf die Nachrichten und Kommentare eingehen.“ Der Zeitaufwand sei immer größer geworden. „Als meine Kinder irgendwann zu mir gesagt haben ,Mama, du bist gar nicht mehr hier‘, ist mir klar geworden, dass ich kürzertreten muss.“

Der Druck, genug Likes zu bekommen, hat mich manchmal verzweifeln lassen.

Innerhalb von sechs Monaten hat die Königsdorferin mit dieser Entscheidung knapp 20 000 Follower verloren. „Mir hat das auf Dauer nicht gutgetan. Der Druck, genug Likes zu bekommen, hat mich manchmal verzweifeln lassen.“ Ein kompletter Bruch mit Instagram soll es aber nicht sein. Starker stellt klar: „Es ist auch ganz viel Tolles passiert. Aber ich habe gelernt, dass ich es mit Bedacht nutzen muss.“ Dass die Königsdorferin wieder aktiver auf der Plattform wird, sei daher auch nicht ausgeschlossen.

Wackersberger Jungunternehmer mit über 317 000 Followern auf Instagram

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Täglich mehrere Beiträge bekommen seit Langem auch die Fans der Seite des Wackersberger Unternehmers Max Weiss zu sehen. Er nimmt seine über 317 000 Follower in seinen Alltag mit – ganz gleich, ob es um sein Unternehmen geht oder private Dinge, wie seinen Hausbau und seine Freundin. Weiss hat Instagram schon früh für sich entdeckt. „Ich habe mich mit 18 Jahren mit einer Online-Marketing-Firma selbstständig gemacht und meinen Werdegang im Internet dokumentiert.“

Schon davor habe er sich in den Sozialen Netzwerken mit Fitnessbeiträgen ausprobiert. „Mit 13 hatte ich schon eine kleine Followerschaft mit Fitness-Posts auf Instagram“, blickt er auf die Anfänge zurück. „Damals war die Plattform in Deutschland noch kaum bekannt.“ Je populärer die Sozialen Netzwerke hier wurden, desto mehr konnte Weiss seine Themen ausbauen. „Mit den Hashtags kann man sehr viel steuern.“ (Hashtags sind Schlagworte, mit denen man Beiträge thematisch markieren kann, Anm. d. Redaktion). Schnell habe er gemerkt, dass nicht nur Inhalte über seinen beruflichen Werdegang ankommen. „Sobald einem mehrere Profile folgen, kommt vor allem Privates gut an“, erklärt er. „Wichtig ist, dass die Leute sich damit identifizieren können.“

Max Weiss: Vor allem Private Inhalte kommen gut an

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Und auch seine Freundin ist auf den Geschmack gekommen. Charlotte Koller, mit der er eine Reinigungsfirma betreibt, wird immer präsenter auf Instagram – mittlerweile mit circa 43 000 Followern. Weiss: „Man muss sehr aktiv sein, damit man Follower bekommt und hält.“ Er habe einiges an Aufmerksamkeit auch durch kleine Provokationen, wie er selbst sagt, bekommen. Beispielsweise, wenn man Fotos von teuren Autos postet. Eines sei ihm dabei aber wichtig: „Wer sich mit meinem Profil befasst, der sieht, dass ich im Grunde ein bodenständiger Typ bin.“

Zwei bis vier Stunden pro Tag nur für Instagram-Auftritt

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Zwei bis vier Stunden täglich verbringt Weiss mit seinem Instagram-Auftritt. „Das geht teils aber auch so nebenher.“ Das A und O sei, sich abgrenzen zu können. „Man muss bewusst auch mal das Handy weglegen und den Moment, den man gerade erlebt, genießen.“ Überdies müsse man sich auf negative Kommentare einstellen. „Das bringt das Internet leider mit sich. Man kann nicht jedem gefallen, und leider gibt es viele Menschen, die dann gleich böse Nachrichten und Hass-Kommentare schreiben“, warnt der 23-Jährige.

Schlägt mit seinem Wissen rund um die Imkerei in Fachkreisen voll ein: Michael Maier aus Lenggries betreibt seit 2021 die „Lenggrieser Honigmanufaktur“.

Schlägt mit seinem Wissen rund um die Imkerei in Fachkreisen voll ein: Michael Maier aus Lenggries betreibt seit 2021 die „Lenggrieser Honigmanufaktur“. © arp

Erst seit Kurzem ist der Lenggrieser Hobby-Imker Michael Maier auf Instagram. „Ich habe 2021 erst mit den Bienen angefangen und nebenher alles drum herum auf Instagram dokumentiert.“ Sein Profil „Lenggrieser Honigmanufaktur“ hat in Fachkreisen unerwartet gut eingeschlagen. Aktuell hat Maier knapp 3000 Follower. Sein Antrieb? „Ich will einen Einblick in das geben, was ich mache und auch die regionale Herstellung offen und transparent zeigen.“ Dazu habe er großen Spaß an einer humorvollen Darstellung mit Kurzvideos. „Das kam gleich besser an, als ich gedacht habe“, sagt er. Große berufliche Ambitionen habe er mit Instagram bisher zwar keine. „Aber es ist richtig toll zum Netzwerken. Ich habe so schon gute Kontakte in die Imkerszene knüpfen können.“ Auch habe er schon einige Anfragen bekommen, etwas zu testen und die Ergebnisse auf seinem Profil vorzustellen. „Daher will ich meine Seite schon noch etwas ausbauen.“

Paar wirbt vereinzelt für Produkte

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Bilder von ihren Wandertouren zeigen Kai und Tanja unter dem Namen „Die Brownies“. Viele davon sind aus dem Tölzer Land.

Bilder von ihren Wandertouren zeigen Kai und Tanja unter dem Namen „Die Brownies“. Viele davon sind aus dem Tölzer Land. © Martin Fickert

Mit Inhalten über Wandertouren und Naturerlebnisse betreibt das Geretsrieder Pärchen Kai und Tanja alias „Die Brownies“ sein Profil. Ihren Klarnamen möchten die beiden nicht nennen. „Da mein Hobby Fotografieren ist und wir viel wandern, hatten wir irgendwann etliche Aufnahmen, mit denen wir nichts angefangen haben. So kam die Idee, sie für Instagram zu verwenden“, berichtet Kai. Ohne hohe Ambitionen sei die Seite immer größer geworden. „Wir haben gute Rückmeldungen bekommen und Spaß daran gefunden. Also haben wir das Profil professioneller ausgebaut.“ Technisch sei Kai als Programmierer versiert. Die Ergänzung dazu stelle seine Frau dar. „Sie hat sich viel mit den Social-Media-Trends auseinandergesetzt und kreativ eingearbeitet.“ Mittlerweile werben „die Brownies“ vereinzelt für Produkte. Dabei geht das Paar aber sehr selektiv vor. „Das machen wir nur, wenn wir zu 100 Prozent dahinterstehen.“ Denn: „Man hat durch die öffentliche Darstellung schon auch Verantwortung. Uns sind bei den Dingen, die wir bewerben, Aspekte wie beispielsweise Nachhaltigkeit sehr wichtig.“

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Author: Robert Simpson

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Name: Robert Simpson

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